Zukunftstrends in der Rhinologie: EUFOREA-Debatte 2017 zur allergischen Rhinitis

Die 2. Rhinology Future Debate, organisiert von EUFOREA (European Forum for Research and Education in Allergy and Airways diseases), fand im Dezember 2017 in Brüssel statt. Eine dieser Debatten befasste sich mit der Position von MP-AzeFlu in der Behandlung der allergischen Rhinitis (AR). Der vorliegende Artikel fasst diese Debatte zusammen, indem er aktuelle Daten beleuchtet und untersucht, wie diese von Expertinnen und Experten interpretiert und in AR-Managementleitlinien sowie in ein klinisches Entscheidungsunterstützungssystem (CDSS) integriert wurden. Die Leitlinie „Allergic Rhinitis & its Impact on Asthma“ (ARIA) positioniert MP-AzeFlu als Erstlinientherapie zur Behandlung der AR und bevorzugt es in den ersten 2 Behandlungswochen gegenüber intranasalen Kortikosteroiden (INS). Das AR-CDSS empfiehlt MP-AzeFlu als eine der Erstlinienbehandlungen für Patientinnen und Patienten mit einem VAS-Wert (visuelle Analogskala) <5/10 cm sowie bevorzugt (zusammen mit INS) für diejenigen mit einem VAS-Wert ≥5/10 cm.

Die Diskussionsteilnehmenden waren sich einig, dass das AR-Management so einfach wie möglich gehalten werden sollte; einige bevorzugten einen „One-treatment-fits-all“-Ansatz, während andere einen Step-up-Ansatz vorzogen. Die Notwendigkeit, die Denkweise im AR-Management zu ändern, wurde anerkannt – mit der Einsicht, dass die meisten Patientinnen und Patienten ihre Medikamente nach Bedarf einnehmen und mehrere Behandlungen anwenden; benötigt werden AR-Medikamente mit sehr schnellem Wirkungseintritt, die Durchbruchsymptome gezielt adressieren. Die Diskussionsteilnehmenden waren sich einig, dass MP-AzeFlu hier eine Rolle spielt, da es einen Wirkungseintritt nach 5 Minuten hat, klinisch relevante Symptomlinderung nach 15 Minuten und AR-Kontrolle in < 3 Tagen bietet, die nasale Hyperreaktivität (NHR) adressiert, die wahrscheinlich zu unkontrollierter AR und Durchbruchsymptomen beiträgt, und eine wirksamere Linderung von AR-Symptomen bietet als eine INS-Monotherapie oder INS + orales Antihistaminikum. Schließlich hielten es die Expertinnen und Experten für wahrscheinlich, dass MP-AzeFlu bei komorbiden Patientinnen und Patienten einen größeren Einfluss auf die Asthmakontrolle haben sollte als INS, jedoch sind klinische Daten erforderlich, um die vorhandene pharmakoökonomische Evidenz zu untermauern. Die nächste Rhinology Future Debate findet im Dezember 2019 in Brüssel statt.

Co-Autoren: Glenis Scadding, Jean Bousquet, Claus Bachert, Wytske Fokkens, Peter W. Hellings, Emmanuel Prokopakis, Oliver Pfaar, David Price.

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