Sind Biologika eine Bedrohung oder ein Vorteil für die HNO-Fachwelt?
Liegt die Verschreibung von Biologika im besten Interesse von Chirurgen oder Patienten?
Bis vor fünf Jahren erhielten die meisten Patienten mit schwerem Nasenpolypen-Syndrom, auch #CRSwNP genannt, eine Nasennebenhöhlenoperation und/oder orale Steroide bei unzureichender Kontrolle. Wir verstehen jedoch viel mehr über die zugrunde liegende entzündliche Natur der Krankheit. Die Behandlung von CRSwNP hat sich in den letzten Jahren unglaublich verändert. In den letzten 20 Jahren ist dieses Wissen gewachsen, und damit sind neue medizinische Behandlungsoptionen, sogenannte Biologika oder monoklonale Antikörper, entstanden. Dies hat einen enormen Einfluss auf die Versorgung gehabt, und infolgedessen stehen Patienten mit schwerem Nasenpolypen-Syndrom nun weitaus mehr Behandlungsoptionen zur Verfügung, einschließlich der Anwendung eines von drei zugelassenen Biologika für CRSwNP.
Die meisten Patienten mit schwerem Nasenpolypen-Syndrom erhalten nun also eine Nasennebenhöhlenoperation, und wenn diese fehlschlägt, stehen ihnen drei wichtige Behandlungsoptionen zur Verfügung: orale Steroide, eine erneute Nasennebenhöhlenoperation oder Biologika. Die Ironie dabei ist, dass seit der weiten Verfügbarkeit von Biologika die HNO-Chirurgen einen signifikanten Rückgang der Patientenzahlen bei erneuten Nasennebenhöhlenoperationen feststellen, was zu einer großen Veränderung der Praxis führt. Diese Revolution in der Versorgung von CRSwNP führt zu einem gewissen ethischen Dilemma.
Um mehr über dieses Thema zu erfahren, lud EUFOREA Dr. Sven Schneider (Oberarzt an der Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde – Kopf- und Halschirurgie der Medizinischen Universität Wien & EUFOREA CRS/EPOS Expert Panel Member) und Dr. Stella Lee (Mitglied der Fakultät für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde – Kopf- und Halschirurgie an der Harvard Medical School, Direktorin des Brigham Sinus Center am Brigham and Women’s Hospital & EUFOREA CRS/EPOS Expert Panel Member) ein.
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