Patientenreise

Die verschiedenen Schritte Ihrer COPD-Versorgungsreise zu verstehen, kann überwältigend sein. Was können Sie in jeder Phase von Ihrer behandelnden Fachkraft erwarten? Welche Behandlungsoptionen stehen Ihnen möglicherweise zur Verfügung? Dieses Modul gliedert die Patientenreise in klare Phasen und führt Sie durch jede einzelne.

Schritt 0: Selbstmanagement

Einige Aspekte der COPD-Versorgung gelten in allen Phasen – unabhängig davon, wo Sie sich auf Ihrer Reise befinden. Zu den Selbstmanagement-Strategien gehört die Raucherentwöhnung – einer der wichtigsten Schritte, die Sie zur Bewältigung Ihrer Erkrankung unternehmen können. Dazu gehört auch, sich über gesunde Lebensstilentscheidungen zu informieren, bei Impfungen auf dem aktuellen Stand zu bleiben (einschließlich einer jährlichen Grippeimpfung und einer Pneumokokken-Impfung zur Vorbeugung von Brustkorb-/Atemwegsinfektionen), Ihre Behandlungen korrekt anzuwenden und den Kontakt mit Lungenreizstoffen zu vermeiden. Wichtig ist außerdem zu wissen, wie Sie eine plötzliche Verschlechterung Ihrer Atembeschwerden – eine sogenannte Exazerbation (auch „Verschlechterung erkennen und behandeln“, „flare-up“) – erkennen und behandeln können. Einige Exazerbationen können Sie zu Hause behandeln, andere erfordern umgehend medizinische Hilfe.

Eine gemeinsame Entscheidungsfindung mit Ihrem Behandlungsteam – bei der Sie bei jedem Schritt der Behandlung Ihrer Erkrankung eine aktive Rolle übernehmen – ist entscheidend für eine hochwertige Versorgung. Ihr Behandlungsteam wird außerdem auf andere Gesundheitsprobleme achten, die häufig zusammen mit COPD auftreten (Komorbiditäten), und Sie bei Bedarf an eine Fachärztin bzw. einen Facharzt überweisen.

Wenn Sie Anzeichen einer schweren COPD-Exazerbation (auch COPD-Verschlechterung) bemerken, werden diese Schritte in Ihrer Patientenreise übersprungen – Sie benötigen sofort Notfallversorgung! In der Grafik unten erfahren Sie, welche Symptome auf eine schwere COPD-Exazerbation hinweisen und wie Sie vorgehen sollten. Denken Sie daran, nach einem Besuch in der Notaufnahme oder einem Krankenhausaufenthalt wegen einer COPD-Exazerbation bei Ihrer Hausärztin bzw. Ihrem Hausarzt nachzufassen, um Ihren Behandlungsplan zu überprüfen.

Die folgenden Informationen beziehen sich sowohl auf die Versorgung in der Primärversorgung (Ihre Hausärztin/Ihr Hausarzt bzw. Allgemeinmediziner/in) als auch auf die fachärztliche Versorgung. Für die beste Nutzung empfehlen wir, die früheren Module in diesem Patientenportal durchzugehen, um sich mit wichtigen Begriffen vertraut zu machen. Sie können außerdem unser Glossar zur zusätzlichen Unterstützung nutzen.

Bitte beachten Sie, dass der Zugang zu bestimmten Gesundheitsdienstleistern und Medikamenten je nach Land und lokalen Gesundheitspolitiken unterschiedlich sein kann. Die folgende Übersicht bietet einen allgemeinen Überblick, die genauen Schritte oder Optionen können jedoch an Ihrem Wohnort abweichen.

Schritt 1A: Hausärztin/Hausarzt: Diagnose

Wenn Sie Symptome wie einen immer wiederkehrenden Husten (mit oder ohne Auswurf), Atemnot – insbesondere bei körperlicher Aktivität –, pfeifende Atmung oder häufige Brustkorb-/Atemwegsinfektionen haben, ist es wichtig, eine Ärztin bzw. einen Arzt aufzusuchen, um die Ursache abzuklären. Das ist besonders wichtig, wenn Sie rauchen oder früher geraucht haben, über 40 Jahre alt sind oder in der Vergangenheit Risikofaktoren für COPD ausgesetzt waren.

Wahrscheinlich werden Sie zunächst Ihre Hausärztin bzw. Ihren Hausarzt (Allgemeinmediziner/in) aufsuchen. Diese/r wird Sie beurteilen, indem gezielte Fragen zu Ihren Symptomen und Ihrer Krankengeschichte gestellt werden, eine körperliche Untersuchung durchgeführt wird und – sofern verfügbar – ein Lungenfunktionstest namens Spirometrie erfolgt. Ihre Ärztin bzw. Ihr Arzt kann auch weitere Untersuchungen anordnen, z. B. eine Blutuntersuchung. Wichtig ist: Vor der Diagnose COPD muss Ihre behandelnde Fachkraft Asthma ausschließen, da beide Erkrankungen unterschiedliche Behandlungsansätze erfordern.

Die Spirometrie ist der wichtigste Test zur Diagnose sowohl von Asthma als auch von COPD. Ihre Ärztin bzw. Ihr Arzt kann außerdem auf Herzerkrankungen wie Herzinsuffizienz prüfen, da diese ähnliche Symptome verursachen können und häufig zusammen mit COPD auftreten.

Nach der Untersuchung erhalten Sie einen klaren Behandlungsplan, und die weitere Betreuung kann in der Regel bei Ihrer Hausärztin bzw. Ihrem Hausarzt erfolgen. Einer der wichtigsten Bestandteile der COPD-Behandlung – neben dem Rauchstopp, falls dies auf Sie zutrifft – ist die Anwendung eines oder mehrerer Inhalatoren. Art und Anzahl der benötigten Inhalatoren hängen davon ab, wie stark Ihre Symptome sind und wie wahrscheinlich Exazerbationen auftreten. Diese Inhalatoren enthalten Medikamente, sogenannte Bronchodilatatoren, die helfen, die Atemwege zu erweitern und das Atmen zu erleichtern. Wenn Sie einen hohen Eosinophilen-Wert im Blut haben (eine Art weißer Blutkörperchen, die an Entzündungen beteiligt ist), kann Ihre behandelnde Fachkraft einen Inhalator verordnen, der zusätzlich inhalative Kortikosteroide (ICS) enthält. ICS sind nicht für alle Menschen mit COPD hilfreich, daher wird Ihre behandelnde Fachkraft sorgfältig prüfen, ob sie für Sie geeignet sind.

Schritt 1B: Hausärztin/Hausarzt: Nachsorge

Es ist wichtig, regelmäßig eine COPD-Kontrolle bei Ihrer Hausärztin bzw. Ihrem Hausarzt wahrzunehmen – mindestens alle sechs Monate. Diese Untersuchung hilft sicherzustellen, dass Ihr COPD-Aktionsplan weiterhin zu Ihnen passt, dass Sie die für Ihre aktuelle Situation beste Behandlung und Dosierung erhalten und dass Sie Ihren Inhalator korrekt anwenden. Bereiten Sie sich mit unserem PDF „So bereiten Sie sich auf Ihre Nachsorgekonsultation vor“ auf Ihren Nachsorgetermin vor.

Wenn Sie Ihre COPD gut unter Kontrolle haben, kann Ihre behandelnde Fachkraft die Behandlung unverändert lassen oder sie schrittweise reduzieren („Step-down“) bis zur niedrigsten Dosis, die Ihre Symptome weiterhin kontrolliert.

Wenn Sie anhaltende Atemnot haben oder wiederkehrende Exazerbationen auftreten, wird Ihre Hausärztin bzw. Ihr Hausarzt Ihren Rauchstatus und die Exposition gegenüber Lungenreizstoffen beurteilen, prüfen, ob Sie Ihren Inhalator richtig anwenden, und ob Sie den Behandlungsplan einhalten können. Ihre Lungenfunktion kann erneut getestet werden. All dies hilft dabei, die nächsten Schritte Ihrer Behandlung zu steuern. Das kann bedeuten, auf einen anderen Inhalator umzusteigen, ein weiteres Medikament hinzuzufügen oder Ihre aktuelle Dosis anzupassen („Step-up“), um Ihre Symptome besser zu kontrollieren. Ihre Hausärztin bzw. Ihr Hausarzt kann außerdem vorschlagen, an einem Programm zur pulmonalen Rehabilitation teilzunehmen (abhängig von Ihrem Gesundheitssystem) oder Sie an eine/n Lungenfachärztin/Lungenfacharzt zu überweisen, auch Pneumologin/Pneumologe bzw. Fachärztin/Facharzt für Atemwegserkrankungen genannt. Die pulmonale Rehabilitation ist ein Programm zur Verbesserung Ihrer Lungengesundheit und körperlichen Leistungsfähigkeit. Es kombiniert Bewegungstraining mit Aufklärung über Ihre Erkrankung und umfasst häufig verschiedene Gesundheitsfachkräfte, die in einem multidisziplinären Team zusammenarbeiten.

Wenn Sie eine COPD-Exazerbation hatten, die Sie zu Hause mit Ihren Bedarfsmedikamenten behandeln konnten, sollten Sie so bald wie möglich Ihre Hausärztin bzw. Ihren Hausarzt aufsuchen – idealerweise innerhalb von zwei Tagen nach Beginn des Notfallpakets oder früher, wenn sich Ihre Symptome trotz Behandlung verschlimmern. Wenn Sie wegen einer Exazerbation die Notaufnahme aufgesucht haben oder im Krankenhaus waren, vereinbaren Sie innerhalb von zwei Tagen nach der Entlassung einen Nachsorgetermin bei Ihrer Hausärztin bzw. Ihrem Hausarzt. So kann Ihre Hausärztin bzw. Ihr Hausarzt Ihre Behandlung überprüfen und helfen, das Risiko zukünftiger Exazerbationen zu verringern.

Schritt 2: Überweisung an eine/n Fachärztin/Facharzt

Es ist Zeit, eine/n Lungenfachärztin/Lungenfacharzt aufzusuchen, wenn sich Ihre Symptome nicht verbessert haben nach:

  • einer angemessenen Zeit – selbst nachdem Ihr Behandlungsplan angepasst wurde
  • Sie haben Ihre Medikamente korrekt und pünktlich eingenommen.

In einigen Ländern benötigen Sie dafür möglicherweise eine Überweisung Ihrer Hausärztin bzw. Ihres Hausarztes.

Ein weiterer Grund, eine/n Fachärztin/Facharzt aufzusuchen, ist, wenn Ihre Hausärztin bzw. Ihr Hausarzt unsicher ist, ob COPD die Ursache Ihrer Symptome ist. Wenn die Diagnose unklar ist, können detailliertere Untersuchungen erforderlich sein. Eine Lungenfachärztin bzw. ein Lungenfacharzt kann bestätigen, ob Sie COPD haben oder ob eine andere Erkrankung verantwortlich sein könnte. So wird sichergestellt, dass Sie die richtige Behandlung erhalten.

Wenn Sie häufige Exazerbationen haben oder eine schwere Exazerbation hatten, die eine Hospitalisierung erforderte, werden Sie ebenfalls an eine/n Lungenfachärztin/Lungenfacharzt überwiesen. Abhängig von den Ergebnissen Ihrer Untersuchungen benötigen Sie möglicherweise eine spezialisiertere Behandlung. Bei Menschen mit schwerer COPD kann die Lungenfachärztin bzw. der Lungenfacharzt eine Lungenvolumenreduktion in Betracht ziehen. Diese kann entweder durch das Einsetzen kleiner Einwegventile in die Atemwege (sogenannte endobronchiale Ventile) oder durch eine klassische Operation erfolgen. Manche Personen kommen auch für fortgeschrittene Behandlungen wie Injektionsmedikamente (Biologika) oder – in seltenen Fällen – eine Lungentransplantation infrage. Wenn Ihnen noch kein Programm zur pulmonalen Rehabilitation angeboten wurde, kann Ihre Lungenfachärztin bzw. Ihr Lungenfacharzt dies ebenfalls empfehlen.

Wenn Sie Anzeichen für andere Gesundheitsprobleme, die häufig zusammen mit COPD auftreten (Komorbiditäten), zeigen, kann Ihre behandelnde Fachkraft Sie an eine andere Fachärztin bzw. einen anderen Facharzt überweisen. Beispielsweise können Sie eine/n Herzspezialist/in (Kardiologin/Kardiologe), eine/n Ärztin/Arzt für Hormon- und Drüsenerkrankungen wie Diabetes (Endokrinologin/Endokrinologe) oder eine/n Hals-Nasen-Ohren-Ärztin/-Arzt (HNO) aufsuchen.

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Übersicht

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