Nasenschäden: Welche Gefahren birgt der Kokainkonsum?
Kokain ist das am häufigsten konsumierte illegale Stimulans sowohl in den Vereinigten Staaten als auch in Europa. Mehr als 4 % der jungen britischen Erwachsenen haben im letzten Jahr Kokain konsumiert. Fast 20 % der US-amerikanischen Erwachsenen haben es mindestens einmal probiert. Es ist immer noch hauptsächlich eine Droge junger Menschen, aber es ist die einzige Droge, bei der die Konsumraten bei Erwachsenen über 40 Jahren steigen. Diese werden als „Silver Snorters“ bezeichnet.
Kokain wird aus den Blättern der Erythroxylon-Pflanze gewonnen, einer in Südamerika beheimateten Pflanze. Die Blätter können geröstet und zu einer Paste verarbeitet werden, die gekaut werden kann. Da sie jedoch im Magen schnell hydrolysiert wird, ziehen Konsumenten es vor, eine pulverförmige Form, Kokainhydrochlorid, zu inhalieren. Um den Gewinn zu maximieren, fügen Händler Streckmittel oder „Schneidmittel“ hinzu. Diese können bis zu 80 % des Pulvers ausmachen. Zu diesen Mitteln gehören Phenacetin, Koffein, Lidocain (um die betäubende Wirkung von Kokain nachzuahmen) und zunehmend Levamisol.
Der Kokainkonsum kann schwerwiegende kosmetische und funktionelle Beeinträchtigungen der Nase verursachen. Da der Kokainkonsum immer häufiger wird, stellt sich die Frage, ob HNO-Chirurgen mit einer zunehmenden Zahl von Patienten mit kokainbedingten Nasendeformitäten rechnen müssen?
Bei uns sind Professor Alwyn D’Souza (beratender Hals-Nasen-Ohren-Arzt und Gesichtschirurg am Universitätsklinikum Lewisham, King’s College in London, und Präsident der Europäischen Akademie für Gesichtschirurgie) und Dr. Adam Chaker (EUFOREA CRS und EPOS Panelmitglied sowie Rhinologe an der Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde der Technischen Universität München, Deutschland).